Fahrt nicht nach Venedig, fahrt nach Hitzacker!

Artikel heute in der FR: „Bauen für Flüchtlinge“ – Die Architektur Biennale befasst sich mit menschenwürdigen Unterkünften

Allein die Terminologie macht mich wütend! Was die Architektencommunity aber in Venedig zeigt, ist zum Kotzen: Lagerarchitektur made in germany. Was die kostet wird nicht genannt. Bei einem Beispiel wir stolz berichtet, dass Verfallsdatum betrage volle 40 Jahre!

So machen es also die anderen – eigentlich machen die anscheinend nichts – auf hohem Niveau. Um davon abzulenken, reißen sie einen klassizistischen Pavillon auseinander und finden sich höchst verwegen. Die sollen doch selber mal 1 Jahr in ihren Barracken wohnen. Vergessen wir sie.

Ich hab mal überlegt und gerechnet – Baukosten für den Wohnraum, ohne Grundstück, Gewerbe, Gemeinschaft:

  • Wir bauen zusammen Hitzacker Dorf – für 1.180 Euro pro m2 Wohnraum.
  • Durchschnittlich 23,7 m2 pro Bewohner*in für rund 28.000 Euro.
  • Davon planen wir rund 20% oder 5.600 Euro mit Eigenkapital zu finanzieren. Den Rest leihen wir uns bei der Bank und über die Nutzungsgebühren wird das in den nächsten 20-30 Jahren abgezahlt.
  • Damit die Geflüchteten und andere Leute ohne Vermögen im Dorf wohnen und arbeiten können, suchen wir Menschen, die bereit sind, solidarisch einzulegen (nicht: zu verschenken).

Weiter gedacht:

  • Wohnungen für 1 Million angekommene Geflüchtete kosten nach unserem Modell 28 Milliarden Euro. Wir brauchen dann 5,6 Milliarden Euro Eigenkapital oder eine Million Deutsche, die bereit sind, für 5.600 Euro solidarische Genossenschaftsanteile zu erwerben.
  • Andere Idee: Das Vermögen der Deutschen wird auf über 5 Billionen geschätzt. Genau genommen von 3 Zehnteln der deutschen Bevölkerung – der Rest besitzt so gut wie nichts. Wenn diese vermögenden 20 Millionen Menschen immer 20 für einen Geflüchteten eine Wohnung spendieren, müsste jede 1.400 Euro verschenken. Ein paar Grundstücke sollten auch noch rausspringen…

Ja – eigentlich ist es ganz einfach: Herz öffnen, Kopf einschalten, Füße auf dem Boden behalten und zusammen unsere Zukunft gestalten.

Artikel aus der Frankfurter Rundschau, 28./29. Mai 2016:

 

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