Rückblick: Interkulturelle Woche 2017

Liebe Veranstalterinnen und Veranstalter, liebe Freundinnen und Freunde, am Sonntag ist die Interkulturelle Woche zu Ende gegangen. Das bundesweite Motto war „Vielfalt verbindet“. Auch im Wendland war das Angebot vielfältig und bunt. Bei unserem Rückblick greifen wir auf einzelne Veranstaltungen zurück, die wir besucht haben.

Für Samstag, den 23.9. hatte ein Aktionsbündnis zum Straßenfest nach Salzwedel eingeladen. Das Kinder- und Familienfest stand unter dem Motto „Sichtbar werden: für Solidarität und gegen Rassismus!“ Wir haben über das Wendland hinaus ein buntes interkulturelles Programm erlebt, an dem viele Menschen aus der Region mit unterschiedlicher Herkunft teilgenommen haben.

Das Theaterstück „Eldorado – Europa“ von Rhiad Ben Ammar, einem Schauspieler aus Tunesien fand am Sonntag, dem 24.9. im Kulturbahnhof in Hitzacker statt. Rhiad hat in anrührender Weise seine Geschichte dargeboten: seine Sehnsucht als Jugendlicher, nach Europa zu kommen, aber da war die Grenze. In Europa angekommen wurde aus dem Traum von Europa, dem Eldorado, ein Alptraum.

In der Veranstaltung „Von der Festung Deutschland zu Städten der Zuflucht“ am Montag, dem 25.9. im Kulturverein Platenlaase haben zunächst Katja Tempel und Matthias Wiedenlübbert von ihrem Einsatz an der serbisch-ungarischen Grenze berichtet und von den menschlichen Tragödien, die sie dort erlebt haben. Im Anschluß daran haben zwei junge Leute in ermutigender Weise das Netzwerk „Solidarity City“ vorgestellt, das sich seit einiger Zeit in Osnabrück entwickelt. In den Arbeitsgruppen ging es darum, inwieweit „Solidarity City“ auf die ländliche Region des Wendlandes übertragbar ist. Wir sind gespannt, ob sich aus den Ergebnissen im Wendland ein Projekt entwickeln wird. Die Idee für eine solidarischen Region soll am 1. November in Platenlaase weiter gesponnen werden.

Am Mittwoch nachmittag war bei Pfoten & Co in Lüchow die Ausstellungseröffnung von Bildern von geflüchteten Frauen und Kindern, die diese unter Anleitung von Birgit Schiemann gemalt haben. Die sehenswerten Bilder werden dort noch über einen längeren Zeitraum bleiben. Von manchen sind Karten gedruckt worden, deren Verkauf dazu beitragen soll, dass das Malprojekt fortgeführt werden kann. Das Projekt wird so gut angenommen, dass es eine Warteliste gibt.

Die Informationsveranstaltung am Freitag zu der verschärften Asylgesetzgebung mit der Rechtsanwältin Sigrid Töpfer aus Hamburg im Allerlüd in Lüchow wurde zu einem regen Erfahrungsaustausch unter den Ehrenamtlichen. Sigrid Töpfer hat in anschaulicher Weise die verschiedenen Stränge der Asylverfahren und deren Folgen für die Geflüchteten deutlich gemacht und an welchen Stellen noch Möglichkeiten für Unterstützung vorhanden sind.

Der Schnupperkurs „Kulturköniginnen“ am Sonntag nachmittag im KuBa war fast übervoll. Nach den Kennenlern-Spielen haben geflüchtete und einheimische Frauen mit viel Freude tanzende Menschen gemalt. Auch die Kinder konnten mit Betreuung malen und spielen. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung am 5. November – ein langer Sonntag für Kulturköniginnen.

Das Abschlußkonzert der Interkulturellen Woche am Sonntag abend mit „Shahang Musik“, drei Musikern unterschiedlicher kultureller und musikalischer Herkunft, im Kulturbahnhof war sehr gut besucht.

Den Flyer und das Plakat für das Konzert hat Franziska Hagelstein gestaltet. Die Medien sind durch uns und durch einzelne Veranstalterinnen informiert worden. So haben wir vielleicht erreicht, dass die „Interkulturelle Woche für eine offene Gesellschaft“ im Wendland wahrgenommen worden ist. Wir haben es als einen großen Gewinn empfunden, dass die Veranstaltungen in diesem Jahr an verschiedenen Orten stattgefunden haben und unterschiedliche Gruppen dafür die Verantwortung übernommen haben. Allerdings haben wir uns bei einigen Veranstaltungen eine größere Verbundenheit mit geflüchteten Menschen bei uns im Wendland gewünscht.

Wir hoffen, dass es auch im nächsten Jahr eine „Interkulturelle Woche“ geben wird, dann allerdings mit anderen, die den Gesamtzusammenhang organisieren.

3. Oktober 2017, Uta Müller und Heike Mahlke

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